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Liebe Knight Lake Ranch Freunde                                     letztes update: 15.09.2017
Während des Sommers findet Ihr hier regelmässig aktuelle Berichte, was auf der Knight Lake Ranch gerade so alles läuft. Während dem Winter ist es eher ruhiger, da sich dann ja unsere Ranch - wie auch die Bären - in ihrer Winterruhe befindet.

Viel Vergnügen beim Durchstöbern der Neuigkeiten - oder im Neuigkeiten-Archiv ganz unten auf dieser Seite.

Wir bieten auch einen Newsletter an, um auf News updates aufmerksam zu machen. Der Newsletter kann unter folgender Adresse abonniert oder widerrufen werden: klrwalter@bluewin.ch

 

6. Bericht von der Knight Lake Ranch, 15.09.2017 - Herbstliche Entspannung

Liebe Knight Lake Freunde

Unser Eichhörnchen haben wir nun überlistet und es fühlt sich so beleidigt dass es sich nicht mehr zeigt. Nun geniessen wir noch die übriggebliebenen Tomaten.

Die Kraniche sind schon weitergezogen und der morgendliche Wecker fehlt uns nicht unbedingt. Dafür sind die Jungen Loons kräftig am Fliegen üben und auch die wunderschönen Töne versuchen sie. Doch es tönt mehr nach Gequitsche.

Am Sonntag beim Spaziergang um den Dogskin Lake hatten wir eine nahe Bärenbegegnung. Etwa 30 Meter vor uns weidete eine Bärenmama mit ihren beiden Jungen. Wir konnten sie eine Weile beobachten, anschliessend zogen wir uns auf dem gleichen Weg wieder zurück, da sie direkt auf dem Weg stand.

Wir erleben immer wieder neue Tierbeobachtungen. Letzthin sahen wir etwas grösseres Schwarzes auf dem Floss. Was kann das wohl sein? Langsam pirschten wir uns zum See runter und sahen, dass sich ein Fischotter auf dem Floss sonnte. Ein putziges Tier, es zeigte uns auch noch wie man schwimmen und tauchen kann.

Gestern Morgen streifte ein Fuchs um unser Cabin rum. Vor zwei Wochen hat er sich die Schuhe und Sandalen geschnappt und im Korall verstreut. Wir fanden bis auf einen Schuh alles wieder.

Vor einer Woche weilten wir fürs Rodeo in Barriere, etwa eine Stunde von hier. Es war drückend heiss. Am meisten begeisterte uns das Chuckwagen Rennen, zuerst mit zwei Pferden und nachher mit Vierspännern. Die Wagen schossen mit einem enormen Tempo an uns vorbei und die Fahrer hatten ihre Mühe die Pferde zum Stillstand zu bringen. Die Leute feuerten die Pferde an und es war eine Bombenstimmung - vor allem im Bierzelt.

Einige Tage hatten wir keinen Rauch und wir konnten Bilder am Sheraidan Lake machen, der etwa 13 Kilometer von uns entfernt ist. Eigentlich haben wir einfach Glück gehabt, dass wir noch hier sind, denn die Evakuierungslinie ist nur einige Kilometer von hier entfernt. Wir erlebten am vorletzten Wochenende wirklich dramatische Stunden. Der ganze Himmel war schon mittags mit Rauch überzogen, der Wind blies von der falschen Richtung und es regnete wieder einmal Asche und Tannennadeln vom Himmel. Wir hatten alles gepackt und waren für den Notfall bereit. Manchmal fragen wir uns schon was wir lieber haben, Rauch oder Wind. Eine Antwort darauf gibt es zum Glück nicht.

Zum ersten Mal fuhren wir dieses Jahr ans Harvest Festival in Birch Island, das ist etwa eineinhalb Stunden von hier entfernt. Irgendwo im Nirgendwo ist eine Bühne aufgestellt und dort spielten 10 verschiedene Bands von Country Rock über Irische Musik bis Bluegrass. Es hatte etwa 200 Personen dort, vor allem viele Familien mit Kindern. Es hat uns allen super gut gefallen, am meisten die Qualität der Musiker.

Nun, seit ich diesen Bericht angefangen habe zu schreiben, hat der Herbst Einzug gehalten. Heute war das ganze Feld mit Rauhreif überzogen und es ist bitterkalt. Endlich können wir ein Feuer im Ofen machen.

Und wir geniessen die frische klare Luft mit dem stahlblauen Himmel. Es ist eine Wohltat für die Seele. Endlich endlich hat sich die Lage etwas entspannt, obwohl es immer noch Posten mit Militär und Soldaten hat. Hoffen wir, dass sich die Feuer nicht mehr entzünden und die vielen Hunderten von Firefigthers wieder in ihre Heimat zurückfliegen können. Bis aber alles gelöscht und gefahrlos ist braucht es den Winter und den Schnee.

Nun sind wir langsam am alljährlich wiederholenden Endputz und Aufräumen. Während die einen bald nach Hause gehen, kommen die nächsten Aktionäre und übernehmen den Schlussteil.

Liebe Grüsse aus dem Cariboo

 

 

5. Bericht von der Knight Lake Ranch, 31.08.2017 - Das Eichhörnchen erzählt

Hello People

Dieses Mal schreibe ich, das Eichhörnchen, alias Tomato Joe, einen Bericht von der Knight Lake Ranch. Da ich gehört habe, dass im letzten Bericht zuviel Weltuntergangs-Stimmung verbreitet wurde und somit kein Mensch mehr ins Cariboo reisen würde, wurde mir übertragen, einen positiven Bericht zu schreiben.

Also, ich unternehme sehr viel auf dieser Ranch. Ob ich alleine bin oder meine Kollegen auch daran beteiligt sind, sei dahin gestellt. Seit einigen Wochen bin ich sehr neugierig und habe schon einige Besuche im Innern des Haupthauses unternommen. Also die Schlafzimmer sehen sehr gemütlich aus und auch im ersten Stock lässt es sich gut essen und spielen. Leider finde ich nicht immer wieder sofort den Ausgang und die kreischenden Frauen machen mich ganz nervös dabei. Ich bin auf dem Fenstersims wie blöd auf und ab gerannt und über den Esstisch auf den Boden gelangt. Dumm nur, dass dieser so rutschig ist und ich richtig um die Kurve geschleudert bin. Zum Glück war da ein Gast und hat mir den richtigen Weg hinaus gezeigt.

Einmal waren die Mitbewohner nach ihrem Ausflug nach Interlakes mit einer süssen Eiscreme zurückgekommen. Für mich gab es leider Keines. Aber die sind ja selber schuld, wenn sie die Türe unten nicht schliessen und ich mich im Innern des Hauses wieder finde. Im Abfallkübel hatte es noch Resten von der Eiscreme in einem Pappbecher. Es brauchte schon etwas Geduld, bis ich diesen aus dem Kübel geholt hatte, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die Glace schmeckte auch mir und danach auch noch der Pappkarton. Ich habe ihn überall als kleine Stückchen verstreut, damit alle etwas davon haben.

Vor dem Haupthaus hat es einen wunderbaren Baum mit Crab Apple. Die isst ja sowieso kein Mensch. Ich aber habe diesen Sommer entdeckt, wie fein die schmecken. Ich turne gerne bis zum äussersten Ast und springe gerne von einem zum andern. Leider haben die Spechte und andere Vögel das Nachsehen, denn dieses Jahr bin ich der König dieses Baumes. Ich muss ja schliesslich den Wintervorrat ansammeln. Wer weiss, wie streng der Winter dieses Jahr wird, nach all den Waldbränden. Da das Gras dieses Jahr total ausgetrocknet ist und es wie Stroh aussieht, kann ich damit wunderbar mein Nest für den Winter bauen. Ich zupfe an den Strohhalmen, stopfe sie in den Mund, bis ich ihn fast nicht mehr schliessen kann und renne anschliessend ins Tuchodi Häuschen, wo ich mein Nest baue. Ja niemandem sagen. Es hat noch viele andere Kollegen hier, die auch einen geeigneten Ort suchen.

Aber das Beste habe ich mir für den Schluss vorbehalten. Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal Tomaten im Topf auf der Knight Lake Ranch. Sie hängen schon etwas weit oben beim Gate, aber denkst du, ich bin ein Kletterkünstler und es macht richtig Spass, mich dort hinein zu hocken und die roten Früchte zu essen. Anschliessend renne ich mit den Tomaten, wenn ich genug gegessen habe, über den hölzernen Gartenzaun und verstecke sie. Aber eines Tages  ist der Topf verschwunden. Oh Shit, sie haben es bemerkt und den  Topf umgehängt. Jetzt baumelt er beim Haupthaus. Aber auch das ist kein Problem für mich. Die Wand hinaufklettern und ein Satz über den  Triangel und schon bin ich wieder in meinem Tomatenparadies. Sie sind unterdessen wieder wunderbar rot und schmecken lecker. Plötzlich aber habe ich einige Zuschauer bei meinem Unternehmen. Sie lachen sich halb kaputt an mir und trotzdem finden sie es langsam nicht mehr lustig, wie ich mich an den Tomaten bediene. So bastelt man ein Netz um den Topf, es wird eine Vogelscheuche gekauft, aber sie vergessen dabei, dass da noch ein Tisch steht. Es braucht schon etwas Mut, um so einen grossen Sprung zu machen. Aber heute Morgen, als offensichtlich noch alle schliefen, habe ich es erneut probiert. Aber o weh, ich wurde dabei erwischt und davon gejagt. Ich habe es noch einmal versucht, wurde dabei sogar gefilmt, aber ich habe es leider nicht mehr geschafft. Mal schauen, jetzt muss ich mir etwas anderes ausdenken, um die Menschen zu überlisten.  

Ja, so läuft wenigstens immer etwas auf der Ranch, wenn schon sonst alles so ruhig ist.

Die Mitbewohner verreisten für drei Tage in den Jasper Nationalpark, da sie genug hatten vom Rauch. Wie haben sie mir anschliessend von den rauchfreien Tagen vorgeschwärmt, womit sie sich wirklich etwas Gutes getan haben, denn die letzten zwei Tage waren wieder sehr schlimm auf der Ranch. Das Feuer ist leider nur noch etwa 12 Kilometer von uns entfernt. Gestern Abend konnten wir beim ins Bett gehen einen roten Himmel betrachten, was für uns schon sehr ungewohnt und auch besorgniserregend aussah. So hoffen wir noch immer, nicht evakuiert zu werden, aber das Ganze kommt allmählich verdammt nahe und es ist immer noch kein Regen in Sicht!

Es wäre schade, wenn dieser Sommer so enden würde für die Mitbewohner. Ich hätte sie gerne noch etwas genervt und schliesslich möchte ich noch einige Tomaten essen, denn wenn sie abziehen, nehmen sie bestimmt den feinen Tomatentopf mit.

So bin ich gespannt, was die nächsten Tage bringen. Die Leute schauen jeden Tag in den Computer und werden auch tagtäglich von der Schweiz aus informiert wie die Lage aussieht.

Ich auf alle Fälle bleibe hier und verstecke mich, wenn jemand kommt und sagt ich soll gehen, denn hier ist mein Zuhause.

So long  and good bye

your Tomato Joe

 

 

4. Bericht von der Knight Lake Ranch, 20.08.2017 - Der Sheriff erzählt

Hello People

Mein Name ist Pat Garret. Ich war einmal Sheriff hier im Knight Lake County. Ja das waren noch Zeiten, als ich Banditen wie die Dogskin Brothers jagte. Heute jage ich nur noch Eichhörnchen,  die sich ins Haupthaus geschlichen haben. Auch der Rauch, der hartnäckig in der Luft liegt, stammt nicht von Colts, sondern von den unzähligen Waldbränden in der Umgebung. Es sind die Schlimmsten seit Jahren Menschengedenken.

Zurzeit sind wir nur vier Personen auf der Ranch. Man nennt mich nicht Gast, sondern ich gehöre zum Inventar.

Da nach wie vor keine Kettensäge benützt werden darf, können wir den geliebten Dogskin Trail nicht von den umgestürzten Bäumen befreien. Alles ist etwas lahm gelegt, da keine Maschinen draussen benutzt werden dürfen, auch die ATV sind verboten und auch das Betreten des Backcountry ist in ganz Britisch Columbia verboten.

Letzte Woche war ein Feuer ganz in der Nähe von unserer Ranch und unsere Nachbarn, eine viertel Stunde von uns entfernt, hatten bereits Evacuations Order. Wir fuhren einige Tage an einem Posten vorbei, der mit Polizisten und Soldaten besetzt war. Dort wurden wir befragt von wo wir kommen, wie wir heissen, wo wir hingehen und wann wir wieder zurückkommen. Ende Woche war das Feuer gelöscht und wir können uns wieder frei bewegen.

Unterdessen ist das grosse Feuer vom Elefant Hill bereits nur noch 13  Kilometer vom Highway 24 entfernt. Die Lage wird immer gefährlicher für alle und die Firefighters versuchen alles, um die grosse Gefahr abzuwenden. Sie schneiden Schneisen, legen Gegenfeuer und hoffen natürlich auch auf Regen und kältere Nächte.

Am Samstag war im Iron Horse Live Musik angesagt. Wir beschlossen die Gelegenheit zu nutzen. Weil wir unser Cookie von der “strengen Arbeit“ etwas entlasten wollten, dachten wir, es wäre schön die Musik bei einem feinen Nachtessen zu geniessen. Vorher besuchten wir noch Ruedi und Elisabeth, die schon seit Jahren in Forest Grove leben. Bei Kaffee und Kuchen schwelgten wir in Erinnerungen von den Reittrecks in den Rocky Mountains.

Da wir noch Zeit hatten, machten wir einen Abstecher nach 105 Mile House, wo ein Feuer vor drei Wochen gewütet hatte. 100 Mile House war so lange evakuiert. Der Anblick von verbrannten Häusern, Autos, Bäumen und Wiesen wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Als wir beim Iron Horse ankamen, war der Parkplatz schon gut besetzt. Wir fanden doch noch einen freien Tisch und bestellten unser Nachtessen. Die Spare Rips waren hervorragend. Das Fleisch löste sich fast von selbst von den Knochen. Wenigstens doch noch ein gutes Erlebnis zum Abschluss.

So, das wäre es von meiner Seite.

So long and be good, take care

Pat Garret Sheriff a.d. Knight Lake County B.C

 

Die folgenden 3 Bilder sind von 105 Mile House - Die Knight Lake Ranch und die unmittelbare Umgebung sind glücklicherweise von Feuern verschont geblieben:

 

 

3. Bericht von der Knight Lake Ranch, 11.08.2017 - Leben mit der Brandgefahr

Liebe Knight Lake Freunde

Walter war für 14 Tage unterwegs mit dem Pferd in den Rockys, darum habt ihr etwas länger auf den nächsten Bericht gewartet.

Nach wie vor sind wir in einer ungewissen Situation was die Waldbrände angeht. Ein Tag scheint die Sonne wunderbar, der nächste Tag ist mit Rauch verhangen und es riecht auch danach. Wir müssen richtig planen wann wir waschen können, damit die Wäsche nach frischer Luft und nicht nach Rauch riecht.

Es wütet immer noch ein grosses Feuer südlich von uns. Wie uns unsere Gäste erzählt haben, sind sie von Whistler her in Cache Creek mit Polizeieskorte einige Kilometer begleitet worden, da der Rauch dort so dicht ist, dass man fast nichts sieht. Auch Kamloops leidet unter dem und natürlich wird der Rauch auch in Alberta  und Vancouver wahrgenommen.

Es regnet immer noch nicht seit Wochen und der Rasenmäher wurde dieses Jahr geschont - wir konnten nur einmal gebrauchen.

Unsere Gäste sind guten Mutes, geniessen die sonnigen Tage und haben Verständnis, wenn es nicht so ist wie gewünscht. Die Kinder stört es am wenigsten, sie planschen im Wasser oder finden sonst andere Sachen zum Spielen.

Letzte Woche beehrte uns ein Elch an zwei Abenden. In der Dämmerung streifte er durch den Sumpf und liess sich nicht beirren von uns. Nur die tausend Moskitos, die auch dabei waren, störten uns gewaltig. Es hat aussergewöhnlich viele dieser kleinen Tierchen bei uns und sie finden immer wieder ein Opfer.

Dieses Jahr beehren uns auch die Eichhörnchen mit ihrem lustigen Gehopse und Schaueinlagen. Eines davon sich mehrfach ins Haus geschlichen, vor allem in die Schlafzimmer und ins Wohnzimmer. Es findet den Weg auch mühelos hinaus. Jeden Tag muss ich erneut die Erde von der Terrasse zusammen wischen, da es auch gerne in meinen Kräuterkisten herumgräbt.  Manchmal kratzt es auch an der Türe und hat auch keine Skrupel, unsere Fliegentüre anzufressen. Nach getaner Arbeit ist es dann sehr durstig und trinkt gleich noch aus der Giesskanne. Es turnt die ganze Zeit auf dem Baum vor dem Haupthaus herum und wagt sich bis in die tiefsten Aeste hinaus. So lachen wir uns kaputt an diesem kleinen Tierchen und geniessen das spannende Eichhörnchen Fernsehprogramm.

Liebe Grüsse aus dem Cariboo

2. Bericht von der Knight Lake Ranch, 25.07.2017 - Leben mit der Brandgefahr

Liebe Knight Lake Freunde

Wir haben turbulente Tage hinter uns und sind froh, dass die Lage sich nach14 Tagen endlich entspannt. Die Feuer rund um uns herum haben uns grosse Sorge bereitet und wir haben das erste Mal im Leben erfahren wie es ist in Alarmbereitschaft zu sein.

Walter hatte uns Informationen geschickt, was wir alles an Vorsichtsmassnahmen bereithalten sollten. Einiges hatten wir schon selber in die Wege geleitet. Autos nahe zum Wasser, Benzinkanister und Gasflaschen vom Haus entfernt, Auto mit Essensration und Wasser, Schlafsäcke und Decken geladen, jeder seine persönlichen Sachen im Rucksack, wir waren bereit zum Evakuieren. Zum Glück ist das nicht eingetroffen.

Trotzdem waren wir beeinträchtigt vom vielen Rauch, der uns Mühe mit atmen und kratzen im Hals bereitete. Ausserdem sahen wir nur knapp über den See und lebten in einer Rauchglocke. Die Wäsche konnten wir nicht mehr draussen aufhängen, die Männer durften nicht mit Motorsäge und Rasenmäher arbeiten, wir waren zum Abwarten verurteilt.

Einen Tag fuhren wir alle nach Kamloops zum Einkaufen. 100 Mile war für zwei Wochen evakuiert und somit ohne Services. Spital und Altersheim waren geschlossen und der Ort war wie eine Geisterstadt.

Auch Williams Lake wurde evakuiert. Der Highway 24 wurde gesperrt, um den Fluchtweg für die Evakuierten von Williams Lake, sowie die Notfallfahrzeuge und Mannschaften freizuhalten. Insgesamt wurden 45‘000 Leute evakuiert.

Aber jetzt hat sich die Lage etwas entspannt. Unterdessen hat es etwas geregnet und es hat abgekühlt. Die Luft ist rein und sauber, wir sehen wieder über den See.

Die Solidarität unter den Menschen hier war beeindruckend, Jeder hilft dem Andern. Wir erhielten Mails von besorgten Leuten, die uns eine Unterkunft anboten, und auch aus der Schweiz wurden wir unterstützt. Einen grossen Dank aber gebührt Walter, den ich mitten in der Nacht aus dem Bett holte weil unser Internet so langsam war und wir Mühe hatten Informationen zu holen. Er hat uns immer wieder unterstützt und Informationen weitergegeben.

Wir sind dankbar, dass wir so heil davon gekommen sind. Unsere Gedanken waren aber oft bei den Menschen von 100 Mile und Umgebung, sie hatten weniger Glück als wir.

So normalisiert sich alles wieder und wir können uns langsam wieder entspannen, schlafen wieder besser und hoffen, dass sich die Lage nicht mehr verschärft.

 

 

Waldbrand Situation, 16.07.2017

Wie wohl viele von Euch mitgekriegt haben wüten in British Columbia verheerende Waldbrände.

Auch auf der Knight Lake Ranch ist es kritisch. Aufgrund langanhaltender Trockenheit ist alles spindeldürr, womit ein Blitzschlag zur Entfachung eines Wald- oder Flurbrandes führen kann.

In der Umgebung der Knight Lake Ranch ist dies leider auch geschehen. Nur 50 bis 60 km entfernt wüten grössere Waldbrände. 100 Mile House wurde am vergangenen Sonntag komplett evakuiert und ist nach wie vor nicht erreichbar. Etwa 20 km südwestlich der Ranch beim Eagan Lake brennt der Wald auch. Diverse Highways sind infolge der Waldbrände gesperrt.

Glücklicherweise ist die Knight Lake Ranch bis jetzt verschont geblieben. Gestern, 15. Juli haben starke Winde die Lage wieder verschärft. Am Nachmittag herrschte fast "Weltuntergangsstimmung" mit starkem Rauch in allen Farben, sowie Aschenregen. Um 15:00h Ortszeit wurde für das gesamte südliche Cariboo, inkl. Knight Lake Ranch eine Evakuationswarnung herausgegeben. Das Ranch Team hat alle notwendigen Vorkehrungen für eine Evakuierung getroffen, falls die Lage auch in Bridge Lake kritischer wird.

Übersicht über die Waldbrände: http://openmaps.gov.bc.ca/kml/wildfire/map.html

Übersicht über Strassensperrungen: https://www.tranbc.ca/current-travel-advisories/

So hoffen wir, dass sich die Lage wieder entspannt, wir weiterhin verschont bleiben und dass es – entgegen der Wetterprognosen – bald zu Regenfall und vor allem zu keinen Blitzschlägen kommt.

Liebe Grüsse, Walter

 

1. Bericht von der Knight Lake Ranch, 07.07.2017 - Saisonbeginn

Andy und ich fliegen am 21. Juni zusammen mit den zukünftigen Teammitgliedern Linda und Leonie in unsere zweite Heimat „Kanada“. Auch Hinterberger’s und Abderhalden’s, welche schon bald einige Tage auf der Knight Lake Ranch verbringen werden, sind dabei. In Vancouver angelangt, verbringen wir miteinander einen Tag in dieser herrlichen Stadt. Dabei sind die Velorundfahrt im Stanley Park, die Bootsrundfahrt im Hafen sowie das Nachtessen auf dem Harbour Tower die Highlights. Die Temperaturen sind aussergewöhnlich hoch (30 Grad und mehr).

Am Folgetag trennen sich die Wege.  Die motivierte Gästeranchcrew 2017 fährt via Kamloops und Bridge Lake zur Knight Lake Ranch und tätigt dabei für die kommende Zeit Einkäufe. Hinterberger’s und Abderhalden’s wollen eine Hausbootfahrt im Osten von BC unternehmen. Dieses Jahr sind bereits vor der Ankunft der Crew Gäste auf der Ranch. Die erprobten Kanadabesucher Gerry, Jacqueline und Nadine sind schon vor einer Woche hier angekommen und mussten sich selber einrichten. Das war natürlich verbunden mit eigenständig kochen, Betten machen oder mähen. Aber was macht man nicht alles, um dieses herrliche Paradies vor Eröffnung geniessen zu können.

Auch die Crew muss sofort Grosseinsatz leisten. Schon am übernächsten Tag haben sich die ersten offiziellen Gäste aus Oesterreich angekündigt. Mähen, putzen und einrichten sind angesagt. Zum Glück treffen noch zwei weitere  Mitglieder ein. Daniel und Michael können dieses Jahr besonders gebraucht werden. Das Gras steht bereits meterhoch. Da der Frühling anscheinend sehr nass und nicht allzu kalt war, sind die Wiesen in einem satten Grün und die Blumen überdurchschnittlich farbenprächtig zu sehen. Die zwei jungen Burschen arbeiten hart und werden mit Andy, dem selbst Hand anlegenden und fleissigen Verwaltungsratspräsidenten, schon bald Herr der Lage. Die Köchin Leonie versucht das Kochen in der Provinz zu erlernen. Der Unterschied zwischen Hotelgrossküche mit allen erdenklichen Hightechmöglichkeiten und dem „Chücheli“ auf unserer Ranch ist nicht zu unterschätzen. Auch die Nahrungsmittel oder die Gewürze sind verschieden. Das 3-Minuten Frühstücksei macht ihr besonders zu schaffen. Es gilt die verschiedenen Geschmäcker (Meckerer) und die Nuancen (zu viel, zu hart, zu wenig oder zu weich) der Gäste zu beachten und zu befriedigen. Auch Linda, unser Mädchen für alles, setzt sich tatkräftig ein. Sie putzt, wäscht und richtet Cabins ein. Auch den Garten mit den  Hochbeeten hat sie angesät.

Dieses Jahr ist gekennzeichnet von vielen herumliegenden Bäumen. Es muss wohl ein heftiger Sturm gewütet haben. Auch auf unserer Ranch gibt es dadurch noch viel zu tun. Gleich hinter dem Haupthaus ist eine Riesentanne neben den Holzschopf gefallen. Wenige Zentimeter in eine andere Richtung oder Richtung Hauptgebäude und dieser umgestürzte Baum hätte grossen Schaden anrichten können. Auch vor den Cabins ist ein Baum nach vorne in den See gestürzt und hat deshalb keinen Schaden verursacht. Die Temperaturen sind dieses Jahr extrem hoch. In Kamloops werden 35 Grad und höher angezeigt. Auch bei uns zeigen die vor wenigen Tagen geschnittenen Wiesen bereits braune Stellen. In den letzten drei Wochen war praktisch ausnahmslos blauer Himmel zu sehen und die Temperatur des Knight Lake beträgt sagenhafte 25 Grad (5. Juli 2017). Unsere Gäste nehmen deshalb jeden Morgen ein Bad in ihrem Haussee.

Alle Anwesenden können zur Zeit sämtliche Annehmlichkeiten unserer  Ranch voll auskosten. Dieses herrliche Wetter ermöglicht ausführliche Wander-, Rad- oder Kanutouren, aber auch besondere Tierbeobachtungen. Die Hirsche haben Junge, die Schwalben im Häuschen haben Junge, die Gänse haben Junge,  die Kraniche haben ein Junges, die Loons haben zwei Junge und alle diese Tiere haben keine Scheu, uns ihre Kinder aus nächster Nähe zu zeigen. Selbst der Biber macht uns am unteren Ende des Sees seine Aufwartung.

Wir haben einen neuen Grill erstanden. Rolf und Sonja, die Eltern von Linda, haben ihn bereits in den ersten Tagen bei ihrem Besuch eingerichtet und getestet. Nach ihrer Abreise kamen gleich mehrere Gäste. Die Abderhalden’s (Vreni und Wälle), die Hinterberger’s (Ursi und Res, Eltern von Leonie), Jördis und Christian aus Deutschland und Stephanie und Stephan (Arbeitskollegin von Monica) haben uns alle zum ersten Mal sehr gefordert. Wir haben den Testlauf aber gut bestanden. Sowohl das Pizzaessen als auch die Grossgrillade haben hervorragend geklappt. Zum Glück erwiesen sich Res und Wälle als angefressene Grilleure. Sie präparierten verschiedene Marinaden für die bereitstehenden Fleische und Wälle zeigte zudem seine Künste auf dem Grill. Ueberhaupt waren diese Abende ganz speziell. Insbesondere der Pizzaabend und dem anschliessenden Beisammensein am Lagerfeuer mit den  zwei Musikern Wälle und Res, haben für eine  tolle Stimmung gesorgt. Ein Schwyzerörgeli mit einer Geige, welche Urchiges und Irish spielen, gibt es nicht jeden Tag am Knight  Lake zu hören. Auch der Spontaneinsatz des Drummers Nicolas auf Plastikkübeln zusammen mit der Gitarre von Wälle hinterliess einen unvergesslichen Eindruck. Selbst die Tiere haben gespannt mitgehorcht. Eine Gattung war dabei überinteressiert (Mücken).

Natürlich gibt es nicht nur Positives zu berichten. Wir hatten bereits zwei Stromausfälle von mehreren Stunden und das Wasser ist auch einmal nicht geflossen (Mike kam uns zu Hilfe). Aber das sind Kleinigkeiten, die es zu bewältigen gilt. In den nächsten Tagen reisen viele Gäste und Helfer ab. Andy geht auf seine erste Tour. Michael und Daniel werden nach vierzehn Tagen Einsatz weiterreisen. Res kehrt nach 6 Tagen Aufenthalt in die Schweiz zurück. Er lässt aber seine Frau Ursula hier. Sie unterstützt uns für 3 Wochen. Dafür wird schon bald Andy Scherrer (Zimmermann) bei uns eintreffen. Diese Fachkraft wird uns bei einigen zerstörten Holzsachen helfen können. Insgesamt sind wir aber bereit für weitere Gäste und den damit verbundenen Herausforderungen.

Es grüsst Euch

Monica mit dem Team Linda, Leonie, Michael, Daniel und Andy

 

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